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Infinitiv
Inhalt
Der Infinitiv ist ...
reiner Infinitiv
zu-Infinitiv
Liste (zu-Inf.)
Trennbare Verben
Korrelate
„Ausklammerung“
Perfekt
Adverbialer I.
I. als Attribut
Adjektiv mit I. (Liste)
Der Infinitiv (Präs. Akt.) ist die Grundform des Verbs, die Form, die im Wörterbuch steht:
machen, aufstehen, sein, tun, sammeln, ärgern ...
Neben dem Infinitiv Präs. Aktiv gibt es:
Inf. Präs. Pass.: (Das muss) gemacht werden.
Inf. Perf. Akt.: (Das muss man) gemacht haben.
Inf. Perf. Pass.: (Das muss) gemacht worden sein.
Ein Infinitiv erscheint gewöhnlich nicht als alleiniges Verb im Satz. Es gibt zwar Aufforderungen mit Infinitiven wie Aufstehen!, Hier nicht rauchen!, Zurückbleiben bitte!, aber die spielen eine ganz marginale Rolle. Grundsätzlich tritt der Infinitiv zu einem anderen Verb oder er hat adverbiale oder attributive Funktion (erscheint also in einem Satz mit einem anderen Hauptverb):
Ich werde schwimmen. - werden + Inf.: Futur I
Ich würde gerne schwimmen. - würde + Inf.: Konjunktiv II
Kannst du schwimmen? - Infinitiv beim Modalverb (als „Verbalergänzung“)
Ich versuche zu schwimmen. - Infinitiv als Ergänzung
Ich gehe ins Freibad, um zu schwimmen. - I. als Adverbialbestimmung
der Wunsch, zu schwimmen - Infinitiv als Attribut
Hier ist auch zu sehen, dass der Infinitiv in zweierlei Gestalt auftreten kann, nämlich entweder als „reiner Infinitiv“ = ohne zu oder als zu-Infinitiv. Mit dieser Unterscheidung befassen wir uns zuerst.

1) Verben mit reinem Infinitiv

Immer mit reinem Infinitiv verwendet werden die Modalverben, auch möchte (im Gegensatz zum englischen want!). Dann gibt es eine kleine Gruppe von Verben, die ebenfalls immer reinen Infinitiv fordern, und einige wenige, die sowohl mit zu-Infinitiv als auch mit reinem Infinitiv verwendet werden.

Modalverben und brauchen + Infinitiv
Er kann schwimmen.
Sie darf nicht zu viel essen.
Er muss Diät machen.
Sie will nach Hause gehen.
Er möchte noch bleiben.
Sie mag nicht tanzen.
Er soll mich zurückrufen.
Du brauchst mich nicht anrufen.
Vergleichen Sie aber zu möchte, mögen und brauchen die Stichwörter möchte und und das Verb brauchen Bei brauchen ist die hier angegebene Verwendung mit reinem Infinitiv eher umgangssprachlich, standardsprachlich verwendet man es mit zu-Infinitiv, also:
Du brauchst mich nicht anzurufen.
werden + Infinitiv (Futur/Vermutung)
Sie wird morgen kommen.
Sie wird wohl krank sein.
würde + Infinitiv (Konjunktiv II)
Wenn ich Zeit hätte, würde ich dir helfen.
Andere Verben mit einfachem Infinitiv:
Er geht schwimmen.
Er trainiert jonglieren.
Sie bleibt sitzen.
Er hört sie kommen.
Sie sieht ihn fallen.
Er lässt sie warten.
Sie schickt ihn einkaufen.
Verben mit reinem Infinitiv oder zu-Infinitiv
1. Er lernt kochen.
2. Sie lernt(,) abwechslungsreicher und gesünder für ihn (zu) kochen.
3. Er lehrt sie tanzen.
4. Sie lehrt ihn(,) wie ein Südamerikaner (zu) tanzen.
5. Er hilft ihr einpacken.
6. Sie hilft ihm(,) das Geschenk ein(zu)packen.
Zu einigen dieser Satzgefüge mit Infinitivkonstruktionen gibt es gebräuchlichere Alternativen, die hier gleich vorgestellt werden sollen.
1) ist gebräuchlich, weitere Beispiele:
Die Kleine lernt gerade erst laufen.
Ich würde zu gerne endlich schwimmen lernen.
2) Eine gute Alternative wäre hier:
Sie lernt, wie man weniger fettreich kocht/kochen kann.
Aber auch gegen den Infinitiv ist oft nichts einzuwenden:
Wann werde ich (es) endlich lernen, die Spaghetti nicht zu weich zu kochen!
Lernende sollten sich nur nicht auf diese Konstruktion alleine festlegen, sondern Alternativen wie die angebenen wie- oder dass-Nebensätze prüfen.
3) klingt schon ein wenig förmlich, alltagssprachlicher wäre:
Er hat ihr das Tanzen beigebracht.
Er hat ihr beigebracht zu tanzen.
4) Etwas weniger förmlich wäre:
Sie hat ihm beigebracht, wie ein Südamerikaner zu tanzen.
5) wird in dieser Form oft verwendet, daneben sehr häufig auch eine mit bei angeschlossene Ergänzung (substantivierter Infinitiv oder Substantiv):
Hilfst du mir beim Einpacken?
Hilf mir beim Spülen!
Hilf mir beim Geschirr!
Er hilft ihr selten bei der Hausarbeit.
6) ist in dieser Form sehr gebräuchlich. Weitere Beispiele:
Sie hat mir geholfen, Deutsch zu lernen und mich in Deutschland besser zurechtzufinden.
Dieser Auslandsaufenthalt hat mir sehr (dabei) geholfen, ein selbstständiger Mensch zu werden.
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Verben mit zu-Infinitiv

Es gibt noch einige wenige andere Verben, die einen einfachen Infinitiv bei sich haben können. Der ganz große Rest der Verben, die überhaupt einen Infinitiv zu sich nehmen können, verlangt aber den zu-Infinitiv. Natürlich kann ein Infinitiv nicht bei jedem beliebigen Verb stehen. Im Gegenteil: Es gibt zwar nicht wenige Verben, die einen Infinitiv bei sich haben können, aber bezogen auf alle Verben bilden sie doch nur eine nicht allzu große Teilklasse - in der sich allerdings viele wichtige und sehr gebräuchliche Verben finden. Von den 91 Verben aus „Verben im Satz“ mit Anfangsbuchstaben A können knapp 30 eine Infinitivergänzung haben.
Kann man an der Bedeutung erkennen, ob ein Verb einen Infinitiv zu sich nehmen kann? Jedem Deutschlerner wird klar sein, dass Verben wie schlafen oder essen mit einem Infinitiv sozusagen nichts anfangen könnten: Sie nehmen keinen, weil ihre Bedeutung keine solche Ergänzung braucht oder erlaubt. Ebenso klar wird sein, dass ein Verb wie versuchen ein sehr typisches Verb mit Infinitiv ist - weil sich ja Versuche immer irgendwie auf Tätigkeiten beziehen, die typischerweise durch Verben ausgedrückt werden. Allerdings zeigt sich im Sprachenvergleich auch schnell, dass nicht überall die gleichen Verben Infinitive bei sich haben können. Ein einziges Beispiel: Auf Englisch kann man tell mit Infinitiv verwenden, auf Deutsch muss man einen Nebensatz bilden:
Tell him where to put it. - Sag ihm, wo er es hinstellen soll.
Also betrachtet man die Frage, ob ein Verb mit Infinitiv verwendet werden kann, als eine der „Valenz“-Fragen, um die es im Kapitel „Verben im Satz“ geht. Denn Infinitivkonstruktionen können grundsätzlich die gleichen Funktionen übernehmen wie z.B. die Objekte, die ein Verb zu sich nehmen kann oder muss.

Liste wichtiger Verben mit zu-Infinitiv

Hier für den Einstieg eine kleine Liste mit einigen dieser Verben, und zwar mit besonders häufig verwendeten oder besonders nützlichen oder schwierigen Verben. Lernstoff also! Lesen Sie sich die Liste zuerst einmal durch, wir wollen anschließend einige Besonderheiten besprechen.
Ich achte darauf, keine Fehler zu machen
Ich habe angefangen, Russisch zu lernen.
Ich fordere dich auf, endlich mit diesen Sticheleien aufzuhören.
Ich habe aufgehört zu rauchen.
Ich beabsichtige, mir ein Auto zu kaufen.
Ich befehle dir, den Hof zu kehren.
Er hat behauptet, geschlagen worden zu sein.
Ich bemühe mich, dir zu helfen.
Ich beschließe abzureisen.
Wir haben besprochen, uns nächste Woche noch einmal zu treffen.
Ich bitte dich (darum), mir zu helfen.
Ich habe nicht daran gedacht, die Blumen zu gießen.
Ich drohe dir, dich anzuzeigen.
Ich empfehle dir, dieses Buch zu lesen.
Ich freue mich (darauf/darüber), dich zu sehen.
Es gelingt mir nicht, das Radio zu reparieren.
Ich halte nichts davon, Kinder so früh schon Fremdsprachen lernen zu lassen.
Es fällt mir nicht leicht, mir diese Grammatikregeln zu merken.
Ich kann es mir nicht leisten, den Auftrag zu verlieren.
Ich habe keine Lust, alles 100 Mal wiederholen zu müssen.
Ich rate dir, dich gut auf die Prüfung vorzubereiten.
Ich schaffe es nicht, dieses Buch zu Ende zu lesen.
Er scheint zu träumen.
Es fällt mir schwer, diese Geschichte zu glauben.
Es hat keinen Sinn, das zu bestreiten.
Es macht keinen Spaß, mit dir Karten zu spielen.
Ich träume davon, ihr einmal persönlich zu begegnen.
Wir haben verabredet, uns im Café Müller zu treffen.
Ich verbiete dir hier zu rauchen.
Ich verdächtige dich, das Geld gestohlen zu haben.
Wir haben vereinbart, uns von jetzt an häufiger zu treffen.
Ich habe vergessen, dir dein Geld zurückzugeben.
Ich habe von ihr verlangt, mir meine Briefe zurückzugeben.
Ich habe ihr versprochen, sie in Ruhe zu lassen.
Ich habe versucht, ihr zu helfen.
Ich habe darauf verzichtet, sie anzuzeigen.
Ich habe vor, im Ausland zu studieren.
Ich habe vorgeschlagen, im Restaurant zu Abend zu essen.
Ich habe es vorgezogen, das Wochenende alleine zu verbringen.
Ich habe sie davor gewarnt, mich zu beleidigen.
Ich habe darauf gewartet, sie endlich einmal zu treffen.
Ich habe mich geweigert, die Strafe zu bezahlen.
Er legt Wert darauf, gut angezogen zu sein.
Ich habe mich (darüber) gewundert, sie hier zu sehen.
Ich wünsche mir, sie nie wiederzusehen.
Ich habe gezögert, dieses seltsame Angebot anzunehmen.
Es hat keinen Zweck, 100 Vokabeln am Tag zu lernen.
Ich zwinge dich (dazu), mir das Geld zurückzugeben.

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Infinitiv von trennbaren Verben
Im dritten Beispielsatz stoßen wir zunächst auf ein Problem der Formenbildung: Wie bildet man den zu-Infinitiv von trennbaren Verben? Wenn Sie sich mit den trennbaren Verben auskennen, besonders mit der Bildung des Partizips II, werden Sie hier keine Überraschungen erleben. Ebenso wie das Präfix ge- des Partizips tritt zu zwischen Verbzusatz und Verbstamm:
aufhören auf-ge-hört auf-zu-hören
anfangen an-ge-fangen an-zu-fangen
Eine andere Frage ist es, welche zusammengesetzten Verben trennbar sind und welche nicht. Die Antwort finden Sie beim Stichwort trennbare Verben.
Korrelate
Gleich im ersten Satz findet man das Wort darauf, das auf den Infinitiv vorausweist. In den folgenden Sätzen wäre oft ein solches Pronominaladverb ebenfalls möglich, aber in der Liste stehen nur die häufiger gebrauchten (in Klammern) und die obligatorischen. Die gleiche Rolle spielt bei manchen Verben das Pronomen es, das nicht auf einen Infinitiv in der Funktion eines Präpositionalobjekts, sondern in der Funktion eines Subjekt oder Akkusativobjekts vorausweist:
Es freut mich, dich zu sehen. - dich zu sehen = Subjekt, auf das es vorausweist.
Sie zieht es vor, das alleine zu erledigen. - das alleine zu erledigen = Akk.objekt, auf das es vorausweist.
Ausgeklammerter Infinitiv
Im zweiten Beispiel fällt womöglich auf, dass der Infinitiv am Satzende steht und nicht zwischen Hilfsverb und Partizip. Denn gewöhnlich bildet ja ein Partizip in so einem Satz die rechte „Satzklammer“, steht also ganz am Ende. Bei Infinitiven ist aber die sogenannte „Ausklammerung“ sehr häufig, sie werden also hinter Position „Ende“ platziert. Dies ebenso bei Partizipien und Infinitiven wie im Fall von Nebensätzen:
Ich habe versucht, dir zu helfen.
Ich möchte versuchen, dir zu helfen.
Als ich versuchte, ihm zu helfen ...
In allen diesen Fällen ist es auch möglich, die Infinitivgruppe ins Satzinnere hereinzuholen, also:
Ich habe dir zu helfen versucht. ...
Aber oft klingt das etwas schwerfällig, bei vielen der oben angeführten Sätze ist es praktisch ausgeschlossen:
?Ich habe darauf, keine Fehler zu machen, geachtet.
Ungewöhnlich ist das nicht, da ja auch Nebensätze, die oft die gleichen Inhalte ausdrücken können, meist „ausgeklammert“ werden, z.B.:
Ich habe darauf geachtet, dass die Kinder keine Fehler machen.

Perfekt
Bisher haben wir nur den Infinitiv Präs. Akt. behandelt. In Satz 7 stoßen wir auf Perfekt- und Passivinfinitive. Neben den im oben ersten Abschnitt aufgeführten Formen gibt es noch Inifinitive des Zustandspassivs, die aber seltener sind (muss gemacht sein, muss gemacht gewesen sein). Wichtiger als die Kenntnis der kompletten Formentafel des Infinitivs ist es in Grund- und Mittelstufe, seine Funktion in Konstruktionen mit Hilfs- und Modalverben zu verstehen. Es kommt vor allem darauf an, den Unterschied zu verstehen zwischen den gebräuchlichsten Konstruktionen mit:
Hauptverb im Perfekt mit Infinitiv Präsens
Hauptverb im Präsens/Präteritum mit Infinitiv Perfekt
Wir setzen zunächst einen Präsenssatz mit Modalverb ins Perfekt:
(Wer mäht diese Woche den Rasen?)
1) Das muss diese Woche Eva machen.
(Wer hat diese Woche den Rasen gemäht?)
2) Das hat diese Woche Eva machen müssen.
Der zweite Satz ist ein normaler Perfektsatz (nur mit der Besonderheit „Ersatzinfinitiv“, vgl. das Stichwort Partizip). Die Funktion des Modalverbs hat sich nicht geändert gegenüber dem Präsenssatz, es geht immer um Evas Verpflichtung, den Rasen zu mähen. Vergleichen wir jetzt mit:
Wer klingelt? - Das muss Eva sein.
Wer hat vorher geklingelt? - Das muss Eva gewesen sein.
Hier bleibt müssen auch im zweiten Satz im Präsens, und nun hängt ein Perfektinfinitiv von ihm ab. Das Modalverb wird jetzt auch nicht mehr in der objektiven, sondern in der subjektiven Modalität verwendet, es besagt hier so viel wie: Ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass das Eva gewesen ist. Daher steht auch das Modalverb im Präsens: Es drückt mein jetziges Urteil über ein vergangenes Geschehen aus. Ein weiteres Beispiel:
Eva hat ihren Mann ermordet? Wie hat sie nur so etwas Schreckliches tun können? = normales Perfekt von können (bzw. „Ersatzinfinitiv“)
Aber sie hat ein Alibi. Sie kann es nicht getan haben! = können im Präsens mit Infinitiv Perfekt
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Adverbiale Infinitivkonstruktionen

Bisher hatten wir mit Infinitivkonstruktionen zu tun, die vom Verb gefordert werden, also mit Infinitiven in der Funktion von Ergänzungen. Eine sehr wichtige Rolle spielt auch eine andere Art von Infinitivkonstruktionen, nämlich solche, die (gewöhnlich) die Rolle von adverbialen Bestimmungen spielen, d.h. freien Umstandsangaben. Es handelt sich im Wesentlichen um Konstruktionen mit zu-Infinitiv, die durch die Infinitivkonjunktionen um, ohne und (an)statt eingeleitet werden:
Wie kannst du nur so viel trinken, ohne betrunken zu werden!?
Anstatt immer nur zu jammern, solltest du lieber etwas tun!
Ich habe das nicht gesagt, um dich zu beleidigen.
Die Sätze mit ohne und anstatt verstehen sich von selbst, wenn man die Bedeutung dieser beiden Konjunktionen kennt. Die Bedeutung des letzten Satzes ist ungefähr:
Ich habe das nicht gesagt, weil ich die Absicht hatte, dich zu beleidigen.
Mit um zu drückt man also eine Absicht aus, es hat eine ganz ähnliche Funktion wie die Nebensatzkonjunktion damit. Oft kann man einen finalen damit-Satz durch einen solchen finalen um-zu-Infinitiv ersetzen:
Er macht so viel Sport, damit er wieder so schlank wie in seiner Jugend wird.
Er macht so viel Sport, um wieder so schlank wie in seiner Jugend zu werden.

Infinitiv als Attribut

Infinitive können schließlich auch als Attribute zum Substantiv fungieren:
die Angst(,) zu sterben
der Wunsch(,) zu gefallen
die Hoffnung, von ihr wiedergeliebt zu werden
die Erwartung, eines Tages als ein steinreicher von allen geachteter Mann zu seiner geliebten Eva zurückkehren zu können
Infinitiv beim Adjektiv
Zum Schluss noch einmal Lernstoff. Wir hatten oben Verben aufgeführt, die sehr häufig mit Infinitiven verwendet werden. Hier noch eine analoge Kurzliste Adjektive. Diese werden sehr oft mit auf ein Subjekt vorausweisendem es verwendet, weil ja ihre typische Hauptfunktion die des Prädikativs zum Subjekt ist, wie im Beispiel oben. - Oft wäre als Alternative auch ein Nebensatz statt des Infinitivs möglich; wir haben aber einige der Adjektive ausgewählt, für die der Gebrauch mit Infinitivergänzung besonders typisch ist.
Es ist bedauerlich, das zu hören.
Es ist erforderlich, einen Lebenslauf einzureichen.
Es ist nicht erlaubt, hier zu baden.
Es ist notwendig, das bald zu erledigen.
(Es ist) schön, dich wiederzusehen. (Oft ohne es ist.)
Es ist interessant zu erfahren, dass ...
Es ist schrecklich, so etwas zu sagen.
Es ist verboten, hier zu angeln.
Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass ...
Bei manchen der aufgeführten Adjektive passen auch Konstruktionen mit finden (meist alltagssprachlicher) und halten für (auch förmlicher) sehr gut. Dort weist es gegebenenfalls auf ein Akkusativobjekt in Form eines Infinitivs voraus. Also noch eine Kurzliste zu exemplarischen Zwecken:
Ich finde es interessant, das zu hören.
Ich finde es schrecklich, so etwas zu sagen.
Ich finde es überflüssig, das zu sagen.
Ich finde es wichtig, das offen auszusprechen.
Ich halte es für erforderlich, sich damit auseinanderzusetzen.
Ich halte es für falsch, so viele Schulden zu machen.
Ich halte es für gefährlich, diese Reise alleine zu machen.
Ich halte es für notwendig, die Staatsverschuldung zu begrenzen. Vergleichen Sie dazu auch die Einführung zu den Verben im Satz
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