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Präteritum
Inhalt

Verwendung

Nach dem Perfekt ist das Präteritum das zweite Vergangenheitstempus, das überwiegend im geschriebenen Deutsch verwendet wird. Beim Sprechen werden hauptsächlich die Verben sein und haben und die Modalverben im Präteritum gebraucht - alle anderen im Perfekt. Das zeigt schon, dass das System der Tempora im Deutschen anders organisiert ist als im Englischen, obwohl natürlich Perfekt und Präteritum (und Plusquamperfekt) ihre formalen Entsprechungen im Englischen haben. Aber auch im geschriebenen Deutsch unterscheidet sich der Gebrauch, den man von den Tempora macht, in mancher Hinsicht vom Englischen. Durch Verwendung des Perfekts kann man im Deutschen ausdrücken, dass das benannte Geschehen noch einen Bezug zur Gegenwart hat. Ein klassisches Beispiel: Ich wache morgens auf, sehe Schnee liegen und sage:
Es hat geschneit.
Demgegenüber wäre das Präteritum am Platz, wenn ich von einer abgeschlossenen Epoche berichte:
In meiner Kindheit schneite es noch viel häufiger.
(Um noch einmal darauf hinzuweisen: Im gesprochenen Deutsch wäre - vielleicht mit regionalen Unterschieden - auch hier das Perfekt natürlicher.) Aber der „Bezug“ zur oder die „Relevanz“ für die Gegenwart müssen nicht in so unmittelbar wahrnehmbarer Weise gegeben sein und brauchen nicht eindeutig benennbar zu sein (ich sehe den Schnee draußen). Meistens drückt das Perfekt nur aus, dass die Epoche, in der das besprochene Ereignis stattgefunden hat, als zur Gegenwart hin offen, als noch nicht abgeschlossen betrachtet wird. Ein Beispiel:
Letzte Woche habe ich Eva getroffen.
Man braucht hier nicht nach irgendeiner Verknüpfung des Ereignisses mit dem gegenwärtigen Moment zu suchen. Der Sprecher holt es nur durch Verwendung des Perfekts in die „Jetztzeit“ des irgendwie noch Aktuellen, in die gegenwärtige Welt also herein. Das Präteritum würde dagegen verwendet, wenn ein Ereignis als einer vergangenen Epoche zugehörig ausgewiesen werden soll:
Damals lernte ich Eva kennen.
Hier ist die Rede von einem Ereignis in einem abgeschlossenen Zeitraum, der Sprecher verlässt sozusagen den Jetzt-Standpunkt und versetzt sich aus der Gegenwart heraus und in diese Epoche zurück.

Formen

Die Bildung der Formen des Präteritums ist einfach bei den schwachen Verben:
ich mache - ich mach-t-e
ich spiele - ich spiel-t-e
Man fügt einfach -t- zwischen Stamm und Endung ein. Dabei unterscheidet sich das Endungsschema eigentlich nur in der 3. Pers. Sg. vom Präsens (-e statt -t) - nur dass wegen des eingeschobenen -t in der 2. Pers. Sg. und Pl. dem auslautenden Konsonanten noch ein -e vorausgehen muss:
ich spiel- t- e
du spiel- t- est
er spiel- t- e
wir spiel- t- en
ihr spiel- t- et
sie spiel- t- en
Bei einigen Verben wird -et eingeschoben statt nur -t:
ich atm - et - e ... -
ich wart- et - e ... -
ich red - et - e ...
Bei den starken Verben muss man die „Stammform“ für das Präteritum lernen:
ich komme - ich kam
ich sehe - ich sah
Diesem Stamm werden folgende Endungen angefügt:
ich kam
du kam- st
er kam
wir kam- en
ihr kam- t
sie kam- en
Der Unterschied zu den schwachen Verben ist also, dass die 1. und 3. Pers. kein -e, also eigentlich gar keine Endung haben. Übrigens: Vergleichen Sie mit den Modalverben im Präsens - Sie werden sehen, dass sie die gleichen Endungen haben wie die starken Verben im Präteritum. Im Präteritum werden die Modalverben dann wie schwache Verben konjugiert:
ich wollte
du wolltest
er wollte ...