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Reflexive Verben
Inhalt
Viele Verben können mit einem bestimmten Pronomen, dem Reflexivpronomen, verwendet werden. Man kann damit klar machen, dass die Aktivität die Person selbst betrifft (dass Subjekt und Objekt identisch sind):
Ich wasche mich.
Aber natürlich kann man waschen auch ohne Reflexivpronomen verwenden: wenn die Aktivität etwas anderes oder jemand anderen betrifft:
Ich wasche meinen Pulli/meinen Hund ...
Andere Verben müssen aber immer mit einem solchen Reflexivpronomen verwendet werden, obwohl es eigentlich keine „reflexive Aktivität“ gibt:
Ich schäme mich.

Ich freue mich über dein Geschenk.
Man kann nicht immer sehr gut erklären, warum solche Verben mit Reflexivpronomen verwendet werden müssen. Also muss man einfach lernen: schämen usw. immer mit Reflexivpronomen. Weitere wichtige Verben, die immer ein Reflexivpronomen fordern:
sich ärgern über, sich beschweren über, sich aufregen über, sich interessieren für, sich beeilen, sich erholen, sich auskennen, sich bedanken, sich entschuldigen, sich freuen, sich sehnen nach, sich verirren, sich verlieben, sich bemühen, sich wundern, sich entscheiden, sich fürchten ...
(Manche dieser Verben kann man auch ohne Reflexivpronomen verwenden. Sie haben dann manchmal eine etwas andere Bedeutung.) Bei den Reflexivpronomen muss man nur eine Form neu lernen, nämlich die Form für die 3. Pers. (Sg. und Pl.):
Er schämt sich, sie schämen sich.
Alle anderen Personen sind identisch mit den normalen Personalpronomen (im Akk. oder im Dat.):
Ich schäme mich, du schämst dich ...
Ich wünsche mir ein Fahrrad zum Geburtstag - was wünschst du dir?
Die meisten reflexiven Verben haben ein Reflexivpronomen im Akkusativ, aber es gibt auch wenige Verben mit Reflexivpronomen im Dativ. Für die Grundstufe sind diese Verben noch nicht besonders wichtig. Interessant sind aber Konstruktionen wie diese:
Ich wasche mir die Hände.
Ich putze mir die Zähne.
Ich kaufe mir ein Buch.
Lerner sagen hier oft: Ich wasche meine Hände
Ich putze meine Zähne.
Das ist eigentlich nicht falsch, aber die Sätze mit Reflexivpronomen im Dativ sind viel gebräuchlicher. - Auch hier ist die Form für die 3. Person sich:
Er wäscht sich die Hände.
Sie putzen sich die Zähne.
Eine Variante sind reziproke Konstruktionen wie diese:
Wir kennen uns gut.
Sie lieben sich schon lange.
Die Bedeutung ist nicht schwer zu verstehen. Wir kennen uns bedeutet: Ich kenne dich und du kennst mich. Prinzipiell können solche Konstruktionen manchmal zwei verschiedene Bedeutungen haben. Zum Beispiel könnte Sie lieben sich nicht nur bedeuten: A liebt B und B liebt A, sondern auch A liebt sich (selbst) und B liebt sich (selbst). Nur der Kontext entscheidet, was gemeint ist. Wenn man diese Mehrdeutigkeit vermeiden will, kann man oft einander anstatt des Reflexivpronomens verwenden:
Sie lieben einander.
Dann ist die Bedeutung eindeutig: Er liebt sie und sie liebt ihn.