Aufklärung

Aufklärer-Gebet (Voltaire)
Bacchusfest (Wieland)
Denken und Schminken (Lessing)
Der erste Bürger (?)
Der erste Roman (Wieland)
Der Wald und die Bäume (Wieland)
Die Juden (Lessing)
Erkenntnis (Kant)
Figaro (Da Ponte)
Gerüchte (Hume)
Gleichheit (Grundgesetz)
Grundgesetz (Kant)
Ketten (Lessing)
Müssen müssen (Lessing)
Nachahmer (Lessing)
Pirro (Lessing)
Sapere aude! (Kant)
Theologen (Diderot)
Vereinigung und Trennung (Lessing)
Vielen treu (Wieland)
Vielleser (Voltaire)

Zu "Aufklärung"

Aufklärung als ideengeschichtliches Phänomen gehört ins 18. Jahrhundert; mit ihr beginnt die ideologische Offensive des aufsteigenden Bürgertums. Aufklärung in diesem Sinn wird gegen Ende des Jahrhunderts abgelöst (oder "überwunden") von neuen geistigen Strömungen, in Deutschland z.B. von "Sturm und Drang" und "Klassik" in der Literatur, vom "Deutschen Idealismus" in der Philosophie.

Aufklärung in weiterem Sinn ist aber viel mehr als bloß eine abgeschlossene Epoche der westlichen Ideen- und Gesellschaftsgeschichte - nämlich der Zentralbegriff der westlichen Kultur überhaupt; darauf lässt sich in irgendeiner Weise alles beziehen, was den Westen auszeichnet, oder wodurch er sich auszuzeichnen glaubt. In diesem Sinn ist Aufklärung praktisch gleichbedeutend mit Moderne.

Dass Aufklärung den Westen kennzeichnet oder auszeichnet, heißt aber nicht, dass sie außerhalb des Westens etwas ganz Fremdes, vielleicht sogar Unverständliches oder jedenfalls nicht Praktizierbares wäre. Man muss nur zu verstehen versuchen, was "dahintersteckt", wie das Phänomen motiviert ist, aus welchen Umständen es hervorgegangen ist. Dann findet man vielleicht Verbindendes, wo man es nicht erwartet hätte. Also sehen wir, was "dahintersteckt".

Die Aufklärung ist ursprünglich im Kern ein Emanzipationskampf einer neuen Gesellschaftsklasse: des Bürgertums. Europa hat aus dem Mittelalter eine Gliederung der Gesellschaft in verschiedene "Stände" ererbt. Klerus und Adel haben hohes Prestige und viele Privilegien, die im Mittelalter noch durch ihre Funktionen gerechtfertigt werden konnten. Der Klerus sorgte für das "Seelenheil", der kriegerische Adel (die Ritter) für Sicherheit. Mittlerweile haben aber Entwicklungen stattgefunden, die vor allem den Adel seiner Aufgaben beraubt haben. Man braucht z.B. in modernen, mit Schusswaffen ausgerüsteten Armeen keine Ritter mehr. Trotzdem wollen die Angehörigen der Aristokratie ihre "feudalen" Rechte und Privilegien nicht aufgeben. Dagegen beginnen sich nun die Angehörigen des "Dritten Standes", also die dank der wirtschaftlichen Entwicklung immer wichtiger gewordenen Bürger, zur Wehr zu setzen.

Wenn man einen nicht zu abstrakten, nur mit Ideen operierenden Ansatz zum Verständnis der Aufklärung sucht, stellt man sich darunter also den Kampf einer benachteiligten Gesellschaftsgruppe gegen ihre "Unterdrücker", gegen die Privilegierten, vor. Das ist stark vereinfacht, aber nicht falsch, und wir finden von hier aus sicher leicht "Verbindendes".


T H E M E N

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E P O C H E N

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A U T O R E N (104)

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