Gruppen

(mittel)
Ein Deutscher, der die Nazis verabscheute und vor ihnen fliehen musste, äußert sich über „Gruppen".
Gruppen sind etwas Sekundäres. Es kommt nicht darauf an, dass der Staat lebe - es kommt darauf an, dass der Mensch lebe!
Tucholsky
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Kommentar

Bei „Gruppen“ darf man also auch an solche großen Gruppen wie Völker oder Nationen denken. Vielleicht gibt es wirklich nur quantitative Unterschiede zwischen den kleinen - wie z.B. DaF-Klassen - und der Volksrepublik China oder den United Nations? Ein deutscher Schriftsteller hat einen interessanten Essay über die Ähnlichkeiten zwischen dem Verhalten von Menschen in einem Zugabteil - wenn ein Neuer zusteigt - und dem Verhalten von Bevölkerungen - wenn Migranten kommen - geschrieben. Das war aber schon einige Zeit nach Tucholsky.

Und vielleicht kann man auch die "Kulturen" zu den Gruppen zählen. Für DaF-Lehrer ist die Versuchung groß, die Teilnehmer in erster Linie als Repräsentanten ihrer Kultur zu betrachten. Es kommt aber auf den Menschen an, nicht auf die Kultur, der er angehört - könnte man Tucholsky variieren.

Das Verb, das hier zweimal verwendet wird, ist sehr nützlich, aber nicht leicht zu verwenden. Hier sagt es ja: was zählt, ist, dass der Mensch lebt ...
20. Jhd.

Autor und Werk

Das wurde im Jahr 1930 von Kurt Tucholsky geschrieben, der während der Jahre der Nazidiktatur im schwedischen Exil Selbstmord begangen hat.

Den sehr interessanten Text, aus dem die Sätze stammen, findet man z.B. bei textlog.de: Blick in ferne Zukunft.

Verben

ankommen leben