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schätzen
1. Sg. 2. Sg. Imp
schätze schätzt schätz(e)
Praet (1.Sg.) Perf (1.Sg.) Konj 2 (1.Sg.)
schätzte habe geschätzt
Strukturen
schätzen SATZ
Ich schätze, er ist fünfzig.
jmdn/etwas auf JAHRE schätzen
Ich schätze ihn auf fünfzig.

jmdn/etwas (für etwas) schätzen
Ich schätze diesen Mann sehr.
Ich schätze dich für deine Hilfsbereitschaft.
Beispiele
Was schätzt du, wie alt sie ist?
Ich schätze, sie ist um die fünfzig.
Ich würde sie (Akk.) auf fünfzig schätzen.

Ich schätze diese Frau sehr. (= Ich mag, respektiere, bewundere sie ...)
Ich schätze sein Engagement (= finde es gut, respektabel), aber seine politischen Auffassungen teile ich nicht.
Man schätzt diese Autorin für ihre stilistische Eleganz.
Anmerkung
Man kann natürlich nicht nur Menschen auf JAHRE schätzen, sondern auch Fische auf KILO usw.

Eine gebräuchliche Alternative zu schätzen im Sinn von vermuten ist Hauptverb + schätzungsweise:
Er ist schätzungsweise fünfzig.
Wir sind schätzungsweise um zwölf in München.

Das Verb in seiner zweiten Verwendung klingt schon etwas förmlich, mehr nach gehobenem Partytalk oder öffentlicher Rede. Für den Alltag besser mögen, gut finden ... verwenden. Damit ist es nur semantisch, aber nicht stilistisch Pendant zu engl. appreciate.

Es gibt auch noch eine Verwendung von schätzen, die wahrscheinlich aus schlecht übersetzten / synchronisierten Hollywood-Filmen stammt:
(Ich) schätze, das wird er noch bereuen.
Das soll also heißen Ich denke ... Dieser Gebrauch hat sich aber nach meinem Empfinden nicht richtig etabliert - benutzen Sie das Verb lieber nicht so.
Obwohl ein deutscher Thriller-Autor, wie ich jetzt feststelle, sehr ausgiebig davon Gebrauch macht. Der ausnahmsweise einmal richtig gute und intelligente deutsche Thriller heißt „Der Schwarm“ und ist in mancher Hinsicht an amerkanischen Vorbildern orientiert. Daher vielleicht. Der Autor heißt übrigens: Frank Schätzing.
Wortfelder
glauben
Texte