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Materialien für Deutschlerner


Hinweise

Diese „Verben im Satz“ sollen Deutschlernenden Orientierung in dem besonders wichtigen verbalen Teilwortschatz des Deutschen verschaffen; im Besonderen sollen sie bei der Aneignung eines „produktiven“ Lernwortschatzes helfen.

Nützlich sollten erstens schon die Zahlenangaben zum Umfang des Wortschatzes sein. Man sieht schnell, dass es unmöglich ist, auch nur einen Bruchteil des gesamten Vokabulars in kurzer Zeit – z.B. für die Prüfungsvorbereitung unter Standardbedingungen für ausländische Studienanwärter – zu lernen. Die erste Lehre aus den langen Listen und großen Zahlen ist also: Man muss sich auf das Wesentliche konzentrieren, sollte z.B. nie versuchen, jedes Verb eines Lehrbuchtextes zu lernen.

Zu bestimmen, was das „Wesentliche“ ist, ist deshalb das Hauptziel dieses didaktischen Wortschatzes, in dem man alle Verben nach Häufigkeit bzw. „Wichtigkeit“ oder „Nützlichkeit“ kategorisiert findet.

Den Grundwortschatz "g1" mit 200 Verben sollten Lernende aktiv und einigermaßen fehlerfrei beherrschen. Es handelt sich meiner Meinung nach um eine sehr nützliche Auswahl, mit der man einen guten Teil des alltäglichen Verbbedarfs abdeckt.

Unter „g2“ findet man den Grundwortschatz plus 400 weitere Verben (bzw. Nomen und Adjektive in prädikativ verwendeten Ausdrücken). Diesen kann man noch als Lernwortschatz betrachten, sollte also versuchen, auch diese Wörter nicht nur zu verstehen, sondern auch gebrauchen zu können.

In „g3“ kommen noch einmal 600 Verben dazu, aus denen man vielleicht die den eigenen Bedürfnissen am besten entsprechende Auswahl trifft, um sich die Verben für aktiven Gebrauch anzueignen.

Unter „gesamt“ findet man das komplette Verb-Vokabular der hier vorliegenden Auswahl. Wie Lerner damit verfahren, ist ihnen selbst zu überlassen. Ich würde nur sehr empfehlen, alle Verben oberhalb von g3 weder mündlich noch schriftlich selbst zu verwenden, weil sie irgendwelche Besonderheiten aufweisen, z.B. stilistische Einschränkungen, spezielle Kontexte erfordern usw., was alles oft schwer zu erfassen und beschreiben ist (auch in großen Wörterbüchern), und weil sie gleichzeitig nicht so frequent oder „nützlich“ sind, dass man sich mit diesen Besonderheiten ausführlich zu befassen brauchte. Man sollte sich bei ihnen also aufs Verstehen beschränken. Das gilt allerdings nicht für alle hier auch aufgeführten Ausdrücke mit Nomen und Adjektiven, die manchmal durchaus hoch frequent sind, aber hier nicht als solche ausgewiesen wurden, weil es in erster Linie ein Verbwortschatz ist.

Ansonsten kommt man sicher mit allem, auch mit den ergänzenden Komponenten „Wortfelder“ und „Aufgaben, Texte, Links“, intuitiv ganz gut zurecht.

Was die Genauigkeit der Angaben zur Verbverwendung betrifft, darf man an diesen Verbwortschatz keine zu hohen Ansprüche stellen. Sie sind nicht immer viel präziser und vollständiger als eine Stegreif-Auskunft des Lehrers im Unterricht. Manches wurde gründlicher überprüft, aber das Ganze bleibt an Umfang und Zuverlässigkeit natürlich weit hinter den großen Wörterbüchern zurück und dient im Wesentlichen zur ersten Orientierung; daran sollten sich gegebenenfalls weitere Recherchen andernorts anschließen. Der eigentliche Ehrgeiz des Projekts bestand ja vor allem darin, Lernenden bei der Auswahl und Aneignung eines Lernwortschatzes zu helfen, und nicht in der präzisen Beschreibung des Verbgebrauchs bis ins Detail.

Auch dass die Auswahl "subjektiv" ist, braucht kaum betont zu werden. Im Großen und Ganzen ist aber, hoffe ich, doch eine sinnvolle Ordnung nach Frequenz und „Wichtigkeit“ oder "Nützlichkeit" gelungen.

Noch zwei Hinweise. Sehr wichtig fürs Verstandenwerden in mündlicher Kommunikation ist korrekte Betonung; viele Lernende nehmen das nicht ernst genug. Schauen Sie sich also die wichtigsten Betonungsregeln für Verben noch einmal ganz genau an: bei trennbaren Verben immer Präfix betont, bei er-, ver- usw. immer Stammsilbe betont, -ieren immer betont usw. S. a. hier eigentlich für einen speziellen Nutzerkreis, aber in dem Punkt für alle interessant: „Phonetik für Chinesen“ (pdf) (link). Wo diese Regeln nicht ausreichen, ist der Wortakzent rot markiert.

Zuletzt noch eine Anmerkung zu Wortschatzarbeit in Lehrwerken. Man sollte sich keinesfalls darauf verlassen, dass dort immer eine hilfreiche Wortschatz-Auswahl und ein zweckmäßiger Umgang damit stattfindet; im Gegenteil, meiner Meinung nach verschlimmern sehr viele sog. Wortschatzübungen die Lage eher, weil sie zur Beschäftigung mit völlig irrelevantem Vokabular verführen. Bevor man also 25 Adjektive zur Bezeichnung depressiver Gemütslagen (aber immer mit Gegenteil!) oder 20 verschiedene Ausdrücke zur Bezeichnung von Haustypen (aber immer mit Plural!) und ähnliches Zeug lernt (alles immer in vollem Einklang mit hundert Jahre alten, nie überprüften und höchst fragwürdigen Lerntheorien), befasse man sich lieber gründlich mit den hier präsentierten Verben - im Satz.


Stand Februar 2018

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