Pirro(schwer)
Pirro: Aber, Angelo, um des Himmels willen! -
Angelo: Tu, was du nicht lassen kannst!
Pirro: Ha! Laß dich den Teufel bei einem Haare fassen; und du bist sein auf ewig! Ich Unglücklicher!
Lessing
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Kommentar
In diesen Zeilen aus Lessings „Emilia Galotti“ findet sich eine oft, allerdings meist in anderem Sinn gebrauchte Redewendung. Worum könnte es sich handeln und welche beiden Lesarten sind möglich? Der Kontext: Pirro wird von Angelo erpresst und zu einem Verbrechen gezwungen.
Loesung
„Tu, was du nicht lassen kannst!“ sagt man, wenn jemand nicht von einer selbst gefassten Absicht abzubringen ist, es hat dann die Bedeutung: „Na dann tus eben, wenn du so unvernünftig bist!“ Bei Lessing heißt es aber:„Tu, wozu du gezwungen bist“ - was du also nicht unterlassen kannst, ohne dass dich harte Konsequenzen treffen.
Und was sind die Hintergründe? Angelo ist ein Gangster, der im Auftrag eines verliebten Fürsten die schöne junge Emilia Galotti entführen soll - am Tag ihrer Hochzeit. Pirro arbeitet für die Galottis und soll sie verraten. Eine spannende Geschichte, und eins der ersten deutschen Dramen, die heute noch oft gespielt werden.
Verben
lassen tun fassen