Pirro

(schwer)
Ein Mann verlangt etwas Unrechtes von einem anderen, der aber nicht ablehnen kann.
Pirro: Aber, Angelo, um des Himmels willen! -
Angelo: Tu, was du nicht lassen kannst!
Pirro: Ha! Laß dich den Teufel bei einem Haare fassen; und du bist sein auf ewig! Ich Unglücklicher!
Lessing
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Kommentar

Angelo ist ein Gangster, der im Auftrag eines verliebten Fürsten die schöne junge Emilia Galotti entführen soll - am Tag ihrer Hochzeit! Pirro arbeitet für die Galottis, ist aber erpressbar und wird von Angelo zum Verrat gezwungen.

In diesen Zeilen aus Lessings „Emilia Galotti“ findet sich eine oft, allerdings meist in anderem Sinn gebrauchte Redewendung. Welche, und welche beiden Lesarten sind möglich?
Aufklärung

Autor und Werk

Emilia Galotti wurde 1772 uraufgeführt. Es ist eines der ersten Stücke deutscher Sprache, die noch im Repertoire sind.
Emilia Galotti (acto quinto, escena VIII)Gotthold Ephraim Lessing, 1729-1781.
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Lösung

„Tu, was du nicht lassen kannst!“ sagt man, wenn jemand von einer selbst gefassten Absicht nicht abzubringen ist, es hat dann die Bedeutung: „Na dann tu´s eben, wenn du so unvernünftig bist!“ Bei Lessing heißt es aber:„Tu, wozu du gezwungen bist“ - was du also nicht unterlassen kannst, ohne dass dich harte Konsequenzen treffen.

Verben

tun lassen fassen