Kein Anfang

(schwer)
Wer war Hermann der Cherusker? Und wen interessiert das noch?
Im Jahr 2009 war in Deutschland wieder viel von dem alten Cheruskerfürsten Arminius zu hören. 2000 Jahre zuvor hatte nämlich dieser adlige Germane, irgendwo im heutigen Norddeutschland, den Legionen des Imperium Romanum eine dramatische Niederlage beigebracht. Die Römer verzichteten dann, auch aufgrund dieses Misserfolgs, bald auf weitere energische Versuche, das Barbarenland östlich des Rheins in ihr Reich zu holen. Germanien blieb germanisch.

Wo die „Schlacht im Teutoburger Wald“ (oder „Hermannsschlacht“ oder „Varusschlacht“ nach dem römischen General) stattgefunden hat, weiß man nicht ganz genau, aber eines steht fest: sie hat nicht in Deutschland stattgefunden. Hermann der Cherusker war kein antiker Landsmann der Bundesrepublikaner: Deutschland gab es damals noch nicht. Es sollte fast ein Jahrtausend vergehen, bis im 10. Jhd. Stammesherzöge der Region ein staatliches Gebilde begründeten, das in ständigem Wandel bis heute fortexistiert.

Danach dauerte es noch einmal fünfhundert Jahre, bis ein paar deutsche "Humanisten" den Cheruskerfürsten wiederentdeckten und zum Nationalhelden erklärten. Von da an blieb "Hermann" präsent.

Erst in den letzten Jahren scheint er langsam wieder in der Versenkung zu verschwinden. Denn zwar wurde im Jubiläumsjahr 2009 noch einmal viel Lärm um den alten Germanenfürsten gemacht, aber im kollektiven Bewusstsein der Deutschen spielt er - wie überhaupt die „germanische Abkunft“ - kaum noch eine Rolle. Neben der seriösen Wissenschaft interessieren sich fast nur noch Nazis und besonders alberne "Esoteriker" für die Germanen, was fast schon wieder schade ist.

Früher war das anders: Mitte des 19. Jahrhunderts hat man für Arminius/Hermann ein Riesen-Denkmal geschaffen. Siehe unten. Die Figur alleine ist knapp 30 Meter hoch.
GA
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Hermannsdenkmal 160707-003
By Hubert Berberich (HubiB) (Own work) [CC BY 3.0], via Wikimedia Commons

Autor und Werk

GA
2009

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20150221