Idealistische Philister

(schwer)
Wenn es um „Idealismus“ geht, gibt es auch unter Muttersprachlern manchmal Missverständnisse – die „Philister“ unter ihnen haben nämlich eine ganz eigene Definition davon.
Der Aberglaube, dass der philosophische Idealismus sich um den Glauben an sittliche, d.h. gesellschaftliche Ideale drehe, ist entstanden außerhalb der Philosophie, beim deutschen Philister, der die ihm nötigen wenigen philosophischen Bildungsbrocken in Schillers Gedichten auswendig lernt.
Engels
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Kommentar

Im Text geht es also um zwei Auffassungen von „Idealismus“. Im alltäglichen Sprachgebrauch meint man tatsächlich den Glauben an „das Gute“ ...

Der deutsche „Philister“ ist der „Spießbürger“, der Kleinbürger, jedenfalls jemand, den man unbedingt kennen sollte, wenn man sich für die deutsche Kultur(geschichte) interessiert; und dem man sogar gelegentlich noch begegnen kann, wenn er auch nicht mehr „Philister“ heißt.

Frage: Was ist wohl das Gegenteil von „Idealismus“? Und was versteht wohl der „Philister“ darunter?
19. Jhd.

Autor und Werk

Friedrich Engels, 1820-1895
Ludwig Feuerbach und der Ausklang der klassischen Philosophie, Ausgabe 1888.

Lösung

Das Gegenteil von Idealismus ist Materialismus. Dazu noch einmal Engels: „Der Philister versteht unter Materialismus Fressen, Saufen ... Geldgier, Geiz, kurz, alle die schmierigen Laster, denen er selbst im stillen frönt; und unter Idealismus den Glauben an Tugend, allgemeine Menschenliebe und überhaupt eine "bessere Welt" ...“

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20181209


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