Folgen und gehorchen

(mittel)
Ein deutscher Philosoph kennt die Chinesen.
Der allgemeine Wille sagt hier in China unmittelbar, was der Einzelne tun solle, und dieser folgt und gehorcht ebenso reflexions- und selbstlos.
Hegel
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Kommentar

Hegel stellte sich die Chinesen also wie eine Art Marionetten des allgemeinen Willens vor. Selbstlos heißt heute eigentlich „nicht egoistisch", aber Hegel meint „ichlos", also ohne eigenen Willen, eigene Individualität.

Hundert Jahre zuvor war noch der Philosoph Leibniz ein großer Bewunderer von allem Chinesischen gewesen. Was war in der Zwischenzeit geschehen? Unter anderem war man in nähere Beziehungen getreten, jetzt auch vermehrt geschäftliche. Dabei hatte man sich gegenseitig von einer anderen Seite kennen - und nicht unbedingt lieben gelernt. Übelste Stereotype entstanden, die der große Philosoph offenbar nicht als solche erkannte. Was er hier schreibt, ist schon absurd genug, aber noch harmlos im Vergleich zu anderen Stellen.
Goethezeit

Autor und Werk

Aus Hegels Berliner Vorlesungen zur Philosophie der Geschichte, die er in den Zwanzigerjahren des 19. Jahrhunderts an der Humboldt-Uni gehalten hat.

Links

Friedliches China

Verben

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